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Maulana Dschellaladin Rumi über den Verstand

Hey Freunde: zur Erläuterung des unten stehendes Textes über den Verstand, hier ein Auszug aus dem Buch von Idries Shah: " Die Sufis - Botschaft der Derwische, Weisheit der Magier", Diederichs Gelbe Reihe, S. 120:

"Und wo die Wissenschaft und die Scholastik ihr Blickfeld immer mehr einengen und kleinere und kleinere Stückchen in Betracht ziehen, umfasst der Sufismus weiterhin jede Äußerung der großen zugrunde liegenden Wahrheit, auf welchem Gebiet das auch sein mag.

Natürlich hat der Sufismus eine ganz eigene Terminologie, und Rumis Verse sind reich an mehr oder weniger gebräuchlichen esoterischen Begriffen. So beschreibt er zum Beispiel in seinem dritten großen Buch, dem Diwan des Sams aus Täbris, einige Geisteszustände und Handlungsweisen, die während eines geheimen Treffens von Derwischen zutage treten. In überschwängliche Verse eingebettet werden hier einige Lehren über das Dasein des Sufis in "Denken und Handeln" mit Hilfe einer Methode vorgebracht, die eigens zu ihrer Vermittlung entworfen ist:

Schließe dich der Gemeinschaft an, werde einer von ihnen, auf dass du die Freude wahren Lebens siehst. Gehe durch die zerstörten Strassen und sieh die verstörten (Besitzer der "zerstörten Häuser"). Trinke den Becher des Fühlens, auf dass du keine Scham (Selbstbewusstheit) empfindest. Schliesse die beiden Augen in deinem Kopf, auf dass du mit dem inneren Auge siehst. Öffne die beiden Arme deines Selbst, so du eine Umarmung suchst. Zerbrich das irdene Idol, auf dass du das Gesicht aller Idole siehst. Warum akzeptierst du beim Kauf der Braut einen so hohen Preis für eine kümmerliche alte Hexe - und warum unterwirfst du dich für drei Laib Brot der Sklaverei des Militärdienstes?

Der Freund kehrt des nachts zurück; trinke heute Abend keinen Schluck - schließe den Mund für  Essen, auf dass du die Nahrung des Mundes erlangst. Runde dich selbst in der Gesellschaft um den freundlichen Mundschenk - komm in den Kreis. Wie lange willst du noch (um ihn herum) kreisen. Hier ist ein Angebot: lasse ein Leben zurück und gewinne das Wohlwollen des Schafhirten. Lass alle Gedanken versiegen, nur den Gedanken an den Schöpfer des Denkens nicht - an "Leben" zu denken ist besser als an Brot zu denken. Gottes Erde ist so weit, warum legst du dich in ein Gefängnis schlafen? Gib alles verwickelte Denken auf, dass du die verborgene Antwort siehst. Lasse die Rede verstummen, auf dass du die beständige Rede erlangst. Gehe vorüber an "Leben" und "Welt", auf dass du das Leben der Welt siehst."

Diese Zeilen Rumis hab eine von uns schwer beeindruckt, der Text unten passt dazu und ist doch nur schwer zu fassen

 

 

https://sites.google.com/site/liebesgedichtemaulanarumi/

Auf dieser Seite findet Ihr folgende Geschichte des Sufi-Schriftstellers und Derwischs Maulana Dschellaladin Rumi über den Verstand:

"Verstand ist das, was ständig, Tag und Nacht ruhelos ist, denkend und ringend, Gott zu begreifen versucht, obwohl dieser unbeschreiblich und unfassbar ist. Der Verstand ist wie eine Motte und der Geliebte wie eine Kerze. Wenn die Motte sich auf die Kerze stürzt, wird sie verzehrt und zerstört; aber das liegt in der Natur der Motte. Wie zerstörerisch die Flamme auch sein mag und wie groß die Qual des Verbrennens – die Motte kann nicht von der Kerze lassen. Gäbe es irgendein Tier wie die Motte, das es ohne die Kerze aushalten könnte und sich nicht in ihr Licht stürzte, so wäre das alles andere, aber keine Motte. Und wenn sich die Motte ins Licht der Kerze stürzen würde, ohne zu verbrennen, so wäre das keine Kerze. Deshalb ist jener Mensch, der es ohne Gott, seinen Geliebten, aushalten kann, den keine Sehnsucht antreibt, überhaupt kein richtiger Mensch. Wenn er aber Gott begreifen könnte, so wäre das nicht Gott. Deshalb sind wahre Liebende nie ohne dieses Streben; sie umkreisen unablässig, ruhelos das Licht Gottes, ihres Geliebten. Und Gott, der Geliebte ist es, der sie verzehrt und zunichte macht und den Schleier ihres Verstandes zerreißt."

Namaskar Jah Love

 

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