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Greenpeace-Studie zu spanischer Raubfischerei bringt EU-Kommissarin auf Trab



Greenpeace-Studie zu spanischer Raubfischerei bringt EU-Kommissarin auf Trab

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* Artikel veröffentlicht am: 04.10.2011,
* Artikel veröffentlicht von:
Sigrid Totz

Mit Millionen Euro subventioniert die EU Jahr für Jahr die kriminellen Machenschaften spanischer Fischereiindustrievertreter. Das belegt eine neue Greenpeace-Studie. Das Geld fließt in die Kassen des südspanischen Familienkonzerns Vidal, dessen Schiffe seit Jahren in illegale Fischerei verstrickt sind.
Karikatur zu den Subventionen an die Familie Vidal

Mit dem Report Offen für Missbrauch - Europas Fischereipolitik hat Greenpeace den Brüsseler Reformern ein brisantes Papier vorgelegt. EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki reagierte prompt und kündigte umfangreiche Untersuchungen an.

Das Problem: Ein großer Teil des weltweiten Fischfangs passiert illegal. Die Mehrzahl der europäischen Speisefischbestände gilt als überfischt oder steht kurz davor. Greenpeace fordert für die aktuelle Reform der Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik (GFP) drastische Schritte, um dem Raubbau an den Weltmeeren ein Ende zu bereiten.
Europas Fischereipolitik versagt

"Die europäische Fischereipolitik bietet viele Schlupflöcher für die kriminellen Machenschaften korrupter Fischbarone", sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. "Europäische Steuermillionen werden in Spanien verschwendet und die restlichen EU-Staaten, darunter auch Deutschland, schauen weg."

Der Einfluss Spaniens auf die europäische Fischerei ist bedenklich groß. Spanien kassiert den Löwenanteil der EU-Fördergelder und rüstet damit seine riesige Industrieflotte auf. Zwischen 2000 und 2006 bekam das Land fast die Hälfte der europäischen Fischereisubventionen, wie der im vergangenen Jahr erschienene Greenpeace-Report Spanien: Meister der Überfischung belegt. In der aktuellen Subventionsperiode (2007-2013) soll Spanien über eine Milliarde Euro an Fischereibeihilfen erhalten - mehr als doppelt so viel wie jede andere Nation.
Neues Biomega-Fabrikgebäude der Familie Vidal, erbaut mit EU-Subventionen des Jahres 2009

Der jetzt vorgestellte Greenpeace-Report belegt die kriminellen Fischereipraktiken exemplarisch an der galizischen Unternehmerfamilie Vidal, die vom europäischen Steuerzahler gefördert wird. In den Jahren 2002 bis 2009 erhielt der Familienkonzern über 16 Millionen Euro an EU-Fördergeldern. Und dies obwohl er wiederholt Gegenstand internationaler Ermittlungen wegen illegaler, unregulierter oder undokumentierter Fischerei, Fangquotenüberschreitungen oder Fälschung von Fangaufzeichnungen war. Die spanischen Behörden blieben trotz internationalen Drucks tatenlos, der Vidal-Konzern kassierte weiterhin EU-Subventionen. In der aktuellen Recherche sind etliche Schiffe der Familie Vidal aufgeführt, die auf den Schwarzen Listen der regionalen Fischereiorganisationen zu finden sind.

"Es ist dringend an der Zeit, dass Deutschland in den Reformverhandlungen die spanischen Überkapazitäten thematisiert", sagt Maack. "Nur wenn die EU die Finanzierung der korrupten spanischen Industriefischerei und der damit verbundenen Ausbeutung und Zerstörung der Meere einstellt, hat die europäische Fischerei eine letzte Chance zu überleben."

Greenpeace fordert für die Reform der europäischen Fischerei

* den Abbau der Überkapazitäten;
* den Umbau der Fischereiflotte weg von zerstörerischen Fangmethoden hin zu einer schonenden Fischerei, die Beifänge vermeidet. Rückwürfe müssen verboten sein, der gesamte Fang muss angelandet werden;
* wissenschaftsbasierte Quoten, die nicht überschritten werden dürfen;
* die Einrichtung von Meeresschutzgebieten zum Wiederaufbau der Fischbestände und als Teil einer nachhaltigen Fischerei;
* eine konsequente und transparente Umsetzung der GFP-Gesetze durch effektive Kontrolle und harsche Sanktionen.

(Autoren: Björn Jettka/Sigrid Totz)

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